Umgeben von kräftigen Schilfgürteln, Wäldern und Hügeln ist der Plauer See einer der schönsten der etwa 1000 Seen in Mecklenburg Vorpommern. Hinter dem Haus liegen Felder, Wiesen und viel Wald und so verwundert es nicht, dass viele Gäste sich hier einfanden und heute noch einfinden, um sich zu erholen.
Am 06. Juni 1907 wurde ein neuerbautes Erholungsheim mit dem Namen Gesundbrunn von Herrn Böse eröffnet. Eine Warmbadeanstalt mit zwei großen Räumen im Parterre für medizinische Sool-Fichtennadel- und Dampfbäder. Um 1910 kaufte Otto Pogrell das Haus und gestaltete es zu einem Hotel und Kurhaus um. Es entstanden u.a. 16 Gästezimmer, ein geräumiger Speiseraum und eine große Glasveranda.
1932 musste sich Senior Pogrell einer schweren Operation unterziehen und seinen Sohn bitten, die Leitung des Hauses zu übernehmen. Keine leichte Aufgabe für den ausgebildeten Konzertpianisten, der für dieses Haus seine Laufbahn aufgab.
Ende der Zwanziger machte der Gesundbrunn eine kontinuierliche Entwicklung durch. Sie begann mit dem Einbau der Wasserleitungen für das ganze Haus. Bis dato gab es in jedem Zimmer einen Waschtisch mit Marmorplatte und darauf die obligatorische Porzellanschüssel mit der Wasserkanne. Später erfolgte der Bau einer Zentralheizung, die kleine Kanonenöfen in den Privaträumen ablöste. In der kalten Jahreszeit spielte sich vornehmlich das Leben in der Küche ab und deshalb wurde der Restaurantherd durchgehend warm gehalten.
1941 wurde eine moderne Kläranlage angelegt, die das Abpumpen mittels Handpumpe ersetzte. Als der Krieg begann, endete der Hotelbetrieb vorerst. In den ersten Kriegswochen brachten Diplomingenieure ihre technische Ausstattung hier unter, später (Nov. 45 bis Febr. 46) wurde das Haus zu einem städtischem Kinderheim umfunktioniert. Kinder, die von den Flüchtlingstrecks abgekommen waren und hier eine Bleibe mit Betreuerinnen und unzureichender Ernährungssituation fanden. Danach gab es einen fliegenden Wechsel von Belegschaften: Posterholungsheim, Schulungsheim der Handelsorganisation HO der DDR, Arbeiter- und Bauern-Korrespondenten-Schule usw.
Am 21. Juli 1947 übernahm der Bezirksausschuß des FDGB das Haus Gesundbrunn und setzte das Ehepaar Pogrell als Leiter der Einrichtung ein. Die Gäste wurden mit Kleinbussen herangefahren. Fleisch und Getränke brachte wöchentlich ein LKW aus Berlin und alle anderen Lebensmittel mussten vor Ort besorgt werden. 1961 musste das Ehepaar Pogrell das Haus durch das Vorkaufsrecht des FDGB zu einem geringen Preis verkaufen und den neuen Verwaltern überlassen.
1990 die Grenzen zwischen beiden deutschen Staaten sind verschwunden und ein Haus steht verwaist an einem wohl der schönsten Flecken der Erde. Wir stehen davor und fangen an zu träumen. Den Mitarbeitern des Feriendienstes wird die Pacht und spätere Kaufoption eingeräumt. So kam Herbert Rauer nach vielen Gesprächen mit der Familie zum Haus Gesundbrunn.
Ostern 1991 wurden dieTüren wieder geöffnet und der Gesundbrunn wieder mit Leben erfüllt. Anfänglicher einfacher Standard wurde mit Freundlichkeit gepaart und ein liebevolles Frühstücksbüfett oder hausgebackener Kuchen am Nachmittag lassen die Herzen der Gäste der "Pension Gesundbrunn" ruhig und entspannt schlagen.
1992 im Herbst begannen wir nach vielen überwundenen Hürden mit dem Umbau der Jugendstilvilla. Gleichzeitig nutzten wir den Winter 1991/1992, um die 3. Etage (heute Sperlingshöh genannt) in Eigenleistung umzubauen. So konnten wir zur Saison 1992 unseren Gästen die ersten Zimmer mit Dusche und WC anbieten.
Pfingsten 1993 erstrahlte dann der Gesundbrunn in neuem Glanz.
2003 – 10 Jahre sollten vergehen, bis wir weitere Träume und Pläne verwirklichen konnten. Die Erweiterung des Stammhauses um die Gesundbrunn-Vital-Oase mit Schwimmbad, Sauna und Dampfbad, sowie 5 großzügig gestaltete Appartements bietet unseren Gästen Raum und Zeit zum Wohlfühlen.
Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei unseren Kindern Claudia und Sebastian, unseren Eltern und Mitarbeitern, ohne die all das Geleistete nicht möglich gewesen wäre, sowie bei unseren Gästen, die das, was wir geschaffen haben, honorieren und achten.
Vielen Dank und viel Spaß auch weiterhin im Gesundbrunn, Familie Rauer.
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